Schreibe einen Kommentar

Trend zum Second Screen als Chance für TV-Werbung

Der Second Screen liegt voll im Trend!

Gemeint ist die Nutzung von Tablet oder Smartphone (oder auch Laptop, etc.) parallel zum TV-Gerät.
Noch wichtiger: Der Trend ist auch bereits voll beim werberelevanten Publikum angekommen (oder zumindest in greifbarer Nähe), sofern man aktuellen Berichten (siehe hier auf mobilbranche.de) und Studien (siehe hier von SevenOne Media) glauben darf. Die Sender (siehe Quellen oben), aber auch werbende Unternehmen (siehe hier) beginnen zudem bereits, sich dies mit cleveren Techniken und Tricks zu Nutzen zu machen.

Das Ganze hat aber noch einen viel größeren Vorteil, als „nur“ die Möglichkeit mit dem Konsumenten auf mehreren Kanälen gleichzeitig zu interagieren!

Konkret kann davon nämlich insbesondere die klassische TV-Werbung profitieren! Dies klingt erst einmal absurd, wenn man bedenkt, dass „Second Screen“ ja bedeutet, dass sich der Konsument eben ein Stück vom TV abwendet.
Aber aufgepasst! „Second Screen“ bedeutet, dass bspw. das Tablet parallel zum TV genutzt wird – es ersetzt ihn aber nicht.

Hier liegt der Clou. Wie bereits in meinem Beitrag zur sogenannten Bannerblindheit beschrieben, gibt es eine Vielzahl an unterbewussten Prozessen, die zwar nicht direkt messbar sind, wohl aber ablaufen! Konkret bedeutet dies, dass der Konsument auch dann noch die TV-Inhalte wahrnimmt (unterbewusste Wahrnehmung), wenn er sich eigentlich seinem Tablet zuwendet. Zwar ist dies unter anderem davon abhängig, wie intensiv er sich tatsächlich mit den Inhalten auf dem Tablet beschäftigt (Stichwort „Load Theory„), grundsätzlich stimmt die Regel aber erst einmal.

 

Wo liegt nun der Vorteil, bzw. die Chance?

Diese Frage möchte ich anhand eines kurzen Beispiels beantworten.
Man stelle sich einen typischen Konsumenten vor, der Donnerstagabend zuhause auf der Couch sitzt und seine Lieblingsserie sieht. Plötzlich wird die Serie durch eine Werbepause unterbrochen.


Bisher

wurde diese Unterbrechung dazu genutzt, sich Getränke zu holen, die Toilette aufzusuchen oder einfach umzuschalten („Zapping“) (siehe bspw. eine etwas ältere Befragung hier).

Mit dem Second Screen
bleibt der Zuschauer dran. Er hat theoretisch kein Bedürfnis mehr (ganz dringende körperliche Bedürfnisse ausgenommen), seinen Platz zu verlassen oder den Sender zu wechseln, da er seine Aufmerksamkeit einfach auf den Second Screen richtet.
Da er aber, wie oben beschrieben, das Hauptprogramm trotzdem noch (unterbewusst) wahrnimmt, gewinnt die TV-Werbung an Wert!

 

Was bedeutet dies nun für die Praxis?

Werbetreibende können sich zunächst freuen, wenn sie TV nutzen. Falls nicht, so sollten sie darüber nachdenken.
Wenn sie TV als Werbeplattform nutzen, so gilt es einige Regeln zu beachten. Dies beginnt damit, dass stark mit Bildern gearbeitet werden sollte, wobei das Produkt im Vordergrund stehen muss. Bilder sind im TV natürlich üblich, wenn die Botschaft des Clips aber primär durch eingeblendete Texte vermittelt wird, kann dies problematisch sein (zeige das Produkt, nicht die Idee!). Die Werbebotschaft darf nicht implizit/indirekt vermittelt werden, da dies für das Unterbewusstsein zu kompliziert wäre. Gleichzeitig gilt es aber eine gewisse Grundqualität zu wahren. Zu aufdringliche, schlechte Werbeclips können auch vom Unterbewusstsein als negativer Beeinflussungsversuch erkannt und entsprechend blockiert werden.

Ein cleverer Werbeclip ist natürlich nie verkehrt, da er dann auch wieder die volle Aufmerksamkeit des Konsumenten vom Second Screen auf den First Screen lenken kann. Dies wäre eine weitere mögliche Taktik: Den Konsumenten auf unterbewusster Ebene abzuholen, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, ihn auf den First Screen zurückzuführen und dann zu überzeugen.

Und dann gibt es da ja auch noch die, die keinen Second Screen nutzen. Aus diesem Grund muss ein kluger Mittelweg gewählt werden.
Fakt ist aber. TV-Werbung wird wieder an Fahrt gewinnen, wenn die Werbeagenturen mitspielen und ihre Clips entsprechend gestalten!

Mehr zu der Thematik findet sich wie erwähnt auch in dem Beitrag zur Bannerblindheit:
(hier klicken).

 

Der Beitrag gefällt dir? Teile ihn!
avatar