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Projekt kurz vorgestellt: Placedise

Wie versprochen stelle ich heute ein zweites tolles Projekt vor, an welchem ich aktuell maßgeblich beteiligt bin. Placedise.

Bei Placedise (www.placedise.com) handelt es sich um eine Software, die in der Lage ist, die Werbewirkung von Product Placement oder vergleichbaren Marketing-Taktiken auf den Konsumenten zu messen – bereits vor der eigentlichen Umsetzung der Maßnahme.

Obgleich es Product Placement nun schon seit weit über 100 Jahren gibt, war die Messbarkeit bisher das wohl größte Problem – bzw. ist die Messbarkeit ein generelles Problem von Werbemaßnahmen. Dies ist mitunter ein wesentlicher Grund, weshalb Marketingabteilungen bei Unternehmensführern und vor allem Finanzverantwortlichen nicht sonderlich beliebt sind. Dort wird teilweise viel Geld ausgegeben, ohne dass man den Erfolg in irgendeiner Art und Weise beziffern könnte. Oftmals wird der Erfolg somit einfach über die Reichweite bestimmt. Im besten Fall werden eigene Studien und Untersuchungen in Auftrag gegeben. Die Reichweite ist eine schöne Messgröße, die für sich allein genommen allerdings so gut wie keine Aussagekraft hat. Sie kann sogar irreführen – wenn eine Werbekampagne bspw. negative Effekte hat, kann eine große Reichweite kein Erfolgsmerkmal sein, da sie das Problem ja sogar noch verstärkt! Eigene Studien wiederum sind sehr teuer, aufwändig und zeitintensiv.

Mit Placedise haben Unternehmen nun die Möglichkeit, die klassische Reichweitenmessung mit einer enorm günstigen und vor allem einfachen Werbewirksamkeitsmessung zu kombinieren und somit Platzierungsmaßnahmen endlich vernünftig zu messen und zu bewerten.

Wie funktioniert das Ganze?

Um diese Leistung zu vollbringen, bedient sich Placedise einer ganzen Reihe an wissenschaftlichen Untersuchungen – genau genommen über 500. Diese Untersuchungen wurden analysiert und klar nachweisbare Schlüsseleffekte identifiziert. Placedise ist nun in der Lage all diese Effekte miteinander zu kombinieren und auch alle möglichen Interdependenzen zu berücksichtigen. Hierdurch werden die Schwächen der jeweiligen Einzelstudien durch die jeweils anderen Studien ausgeglichen (einzelne Studien unterliegen stets so vielen Annahmen und Einschränkungen, dass die Aussagekraft recht begrenzt ist). Durch unseren Algorithmus ist es schließlich möglich, diese Komplexität auf das eigene Produkt und Vorhaben anzuwenden – um am Ende eine einfache Zahl zu erhalten. Diese Zahl beschreibt den Zielerreichungsgrad der geplanten Maßnahme. Als Unternehmen kann ich mit Placedise also klar bestimmen, welche Maßnahme potenziell am besten abschneidet und welche ggf. sogar gefährlich ist (Stichwort „Shitstorm“).

In der Zukunft soll es zudem möglich sein, dass die Software konkrete Verbesserungsvorschläge für einzelne Vorhaben empfiehlt.

Wie ist das Ganze entstanden?

Die Langfassung hierzu kannst du direkt in dem Placedise-Blog nachlesen (hier klicken). Nachfolgend möchte ich allerdings ein paar erweiterte Einblicke gewähren.

Die Idee entstand bereit 2011 während meiner Zeit an der UCLA. Der Weg von der Unternehmensberatung (Thema Messbarkeit auf Management-Ebene) in die Entertainment-Hauptstadt (Thema Film und Marken) führte zu sehr vielen Gedanken über Product Placement und die Möglichkeit, das Thema endlich etwas besser bewerten zu können. Das Konzept wurde seitdem stetig weiterentwickelt, neukonzipiert, wieder weiterentwickelt und insbesondere auch im Rahmen meiner Masterarbeit (und darüber hinaus) intensiv und mit eigenen Studien untersucht. Jede Studie, die ich seitdem gelesen, jede Untersuchung, die ich durchgeführt und jedes Gespräch, das ich geführt habe, hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass mit Placedise etwas Geniales heranreift. Die Aktualität war zudem durch die gesetzlichen Neuregelungen zu Product Placement 2010 und neue Erkenntnisse in der Hirnforschung (in den letzten Jahren) gegeben.

Nichtsdestotrotz war das Ganze kein Spaziergang. Allein die unterschiedlichen Untersuchungen auf eine Linie zu bringen gestaltete sich nicht einfach – alle Ergebnisse auch noch dynamisch miteinander zu verrechnen noch viel schwieriger (bspw. führt A zu B, aber nur wenn B vorher zu C und C unter Einfluss von E und G zu F geführt hat, beeinflusst von L, J, Y, O, P und Q). Solange der Algorithmus allerdings nicht funktionierte, konnte auch keine Aussage darüber getroffen werden, ob überhaupt alle nötigen Informationen und Daten vorhanden waren – dafür ist das Modell zu komplex (könnte man es auf Papier lösen, würde man ja auch keine Software benötigen).

So war bis Dezember 2013 (2,5 Jahre nach Start) nicht klar, ob die Idee überhaupt irgendwie umsetzbar ist. Die Freude war natürlich umso größer, als der Knoten schließlich gelöst war und alles perfekt ineinander griff.

Seitdem wurde das Ganze fleißig getestet, letzte Bugs gefixt und mit Maximilian Böhm ein 1a Partner an Bord geholt. Gerade letztere Entwicklung sorgt dafür, dass Placedise nun trotz meiner sonstigen Verpflichtungen groß anlaufen kann.

 

Weitere Informationen, spannende Geschichten und mehr gibt es künftig auf den Social-Media-Seiten und dem Blog von www.placedise.com.
Über einen Besuch würde ich mich freuen und wer sich auskennt und Lust hat, kann Placedise natürlich auch kostenlos testen ;).

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