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Konzept für das ewige Leben

Der Traum vom ewigen Leben ist an sich keine völlige Utopie mehr, sondern in gewissem Maße bereits absehbar (vielleicht hierdurch…) – zumindest in ganz kleinen Ansätzen. ;)
Vielleicht deshalb oder weshalb auch immer, habe ich vor Kurzem davon geträumt.

So schön allerdings der Gedanke anfangs scheint, so erschreckend ist er bei genauerer Betrachtung. Man stelle sich nur die ökologischen Folgen für diese potenziell gigantische Überbevölkerung oder den deutschen demographischen Wandel mal 1000 vor. Die Welt könnte die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen eines Sieges über den Alterstot wohl nicht verkraften!

Wie also soll man in der (noch) fernen Zukunft diesem Problem begegnen. Der Film „In Time“ (2011) zeigt nur eine Möglichkeit auf. Die darin thematisierte Idee wirkt allerdings sehr martialisch und ungerecht.
Meine Lösung/Idee, die ich nach dem Aufwachen aus besagtem Traum erdacht habe, möchte ich hier gerne festhalten und zur Diskussion stellen.

Vorab fünf Fakten/Annahmen:

  1. Allen verheißungsvollen Entwicklungen zum Trotz, ist das ewige Leben natürlich immer noch Wunschdenken und alle Ausführungen hier rein theoretischer Natur. ;)
  2. Ohne eine zweite Welt/Erde kann es meines Erachtens keine Lösung geben, die alle ethischen Maßstäbe und Vorstellungen erfüllt.
  3. Ich gehe davon aus, dass lediglich das biologische Leben auf nicht absehbare Zeit verlängert werden kann. Eine vollkommene Unsterblichkeit ist nicht gegeben (heißt: Man kann sich immer noch erschießen, wenn man das möchte).
  4. Das längere Leben kann (der Einfachheit halber) durch eine einfache Einnahme einer kleinen Pille erreicht werden.
  5. Bei der Ausführung denke ich primär an eine Umsetzung in Deutschland.

 

Problem und Zielsetzung

Das Grundproblem besteht, wie erwähnt, in einer starken Überbevölkerung, die wiederum viele weitere Probleme mit sich bringt.
Es muss also zunächst gefragt werden, wie ich ein rasantes Wachstum der Weltbevölkerung verhindere, wenn plötzlich deutlich weniger Menschen sterben.

Daneben gibt es allerdings noch weitere Probleme, die bedachte werden müssen. Selbst, wenn das Bevölkerungswachstum im Rahmen gehalten werden könnte, kann die Entwicklung bspw. aus wirtschaftlicher Sicht sehr problematisch sein. Wenn nämlich gerade die dann riesige Gesellschaftsschicht der „Unsterblichen“ lediglich zuhause auf der Terrasse sitzen und konsumieren möchte, während sie gleichzeitig große Kosten im Gesundheitssystem verursacht, könnte das ein komplette Land zerstören.

Ziel ist also ein Konzept, das das ewige Leben so reglementiert, dass zum einen keine starke Überbevölkerung zu erwarten ist und gleichzeitig die Gesellschaft der ewig Lebenden bis zum Ende hin einen entsprechend großen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohlstand (und BIP) beiträgt, ohne den übrigen Mitglieder der Gesellschaft auf der Tasche zu liegen.

 

Lösungsidee

Zunächst muss natürlich die Vergabe der „Leben“ weltweit gleichermaßen eingeschränkt und kontrolliert werden. Möglicherweise durch eine Dachorganisation, die dann wieder nationale Tochterorganisationen steuert.

Die Vergabe ist darüber hinaus an bestimmte Kriterien gebunden, die im Folgenden aufgelistet werden:

  • Die jeweilige Person muss Kenntnisse und Fähigkeiten (Stichwort: Lebenslauf) vorweisen können, die den Schluss zulassen, dass er oder sie auch in Zukunft noch einen gewissen gesellschaftlichen Wert hat und Einnahmen generieren kann. Dies ist dahingehend relevant, da jemand, der diesen Wert nicht liefert, schnell (bei ewigem Leben wohlgemerkt!) zu einer großen Last werden kann. Es ist aber darauf zu achten, dass man diesen Punkt nicht auf die Ausbildung beschränkt. Ein Bäcker kann genauso Wert generieren, wie ein promovierter Physiker. Gleichzeitig kann ein ausgebrannter Manager genauso wenig Wert generieren, wie ein körperlich kaputter Bauarbeiter.
  • Entsprechend dem vorhergehenden Punkt muss eine gewisse physische und psychische Grundfitness gegeben sein. Physisch, damit die Gesundheitskosten (zumindest zunächst) im Rahmen bleiben und psychisch, damit der erste Punkt realistisch ist.
  • Neben den potenziell zukünftigen Einnahmen sollte auch das Ersparte Berücksichtigung finden. Dies ist weniger dahingehend relevant, dass die Personen eine private Absicherung haben. Vielmehr zeigt es, dass sie für die Zukunft planen können, was bei einem ewigen Leben zwingend notwendig ist.

Die bisherigen Kriterien können nun allerdings lediglich dahingehend eine Aussage treffen, was in den nächsten Jahren von den jeweiligen Personen theoretisch zu erwarten ist. Wenn diese ewig Lebenden nun allerdings in 15 Jahren beschließen, doch auf Staatskosten leben zu wollen oder plötzlich arbeitsunfähig werden, würde sich das Ganze erneut Richtung Abgrund bewegen. Aus diesem Grund müssen Personen, die diese Sonderstellung einnehmen, sich auch ein Stück weit aus dem gesellschaftlichen Netz entfernen (vor allem in einer sozialen Marktwirtschaft, wie Deutschland).

  • Die betroffenen Personen müssen unwiderrufbar auf alle aktuellen und zukünftigen Sozialleistungen verzichten. Dies sichert nicht nur die Finanzierbarkeit des Systems, sondern schränkt damit auch ganz natürlich die Zahl derer ein, die diese Entscheidung treffen. Wer lieber mit 50 Jahren in Rente gehen und noch 30 Jahre relaxen möchte, kann dies nach wie vor tun, würde aber entsprechend nicht die Wahl zum ewigen Leben treffen.
  • Entsprechend sind neue Tarife für Krankenversicherung, etc. notwendig. Dies ergibt sich aber dann von selbst.

 

Natürlich kommen alle diese Punkte mit weiteren Problemen, wie der Frage, wer die Kriterien überprüft, wenn sie nicht zu 100 % autonom durch den Computer überprüfbar sind (Stichwort: Korruption). Das aber soweit als Grundidee.

 

Fazit zur Idee

© OlkaCFMit obigen Punkten ist es zunächst einmal theoretisch möglich, eine derartige Innovation anzubieten, ohne dass sofort jeder damit ausgestattet wird, die Welt aus allen Nähten platzt, am Ende 20 Mrd. Menschen leben, aber niemand mehr arbeitet.

Das Ganze ist außerdem im Grunde auf jedes Land übertragbar, wobei man jeweils die Eigenheiten des Landes berücksichtigen muss. „Berücksichtigen“ meint hier zum einen hinsichtlich der dortigen Kultur und Wirtschaft, aber auch insbesondere im Detail hinsichtlich der Wirkung obiger Punkte. Während eine Überbevölkerung in Deutschland durch die genannten Maßnahmen unterbunden werden kann, würde das Ganze in Bangladesch ggf. nicht funktionieren, da das „natürliche“ Bevölkerungswachstum zu groß ist.

Natürlich sind für die Umsetzung revolutionäre Umwälzungen und Neuregelungen durch den Gesetzgeber notwendig – von einer weltweiten Einigung ganz zu Schweigen. Bedenkt man aber den revolutionären Charakter dieser Innovation, so hält sich dies in Grenzen.

Der ein oder andere findet die Überlegungen sicherlich fragwürdig. Daher möchte ich an dieser Stelle nochmals zu bedenken geben, dass bei dem vorliegenden Konzept niemand gezwungen wird, die „Pille“ zu nutzen und ein derart immenser Vorteil auch mit entsprechenden Nachteilen aufgewogen werden muss. Gleichzeitig muss im Interesse der Gesamtgesellschaft gedacht werden. Das hat für den ein oder anderen „kleinen Mann“ ggf. den Nachteil, dass er für das „ewige Leben“ nicht in Frage kommt, schützt aber die Überlebensfähigkeit aller anderen.

 

Weitere relevante Punkte

Weitere Punkte, die man diskutieren müsste:

Partner-White-Card
Aus menschlichen und sozialen Gründen sollte es meines Erachtens immer auch eine „Pille“ für den Lebenspartner geben. Die ersten Kriterien (abgesehen von der Fitness) können hierbei ähnlich dem Ehegatten-Splitting auf beide in Summe übertragen werden. Dies darf aber nur dann der Fall sein, wenn sie miteinander verheiratet sind oder einen ähnlichen Vertrag geschlossen haben. Darüber hinaus muss hierbei auch vertraglich fixiert worden sein, dass im Falle einer Scheidung eine lebenslange Unterhaltspflicht, Erbrecht, etc. besteht. Es darf nicht passieren, dass ein oder eine „Unsterbliche/r“ durch Scheidung nicht mehr fähig ist, sich zu versorgen. Zudem muss die Ehe, bzw. der Vertrag bereits einige Zeit bestehen, bevor die „Pille“ verabreicht wird, um den Handel mit Leben einzudämmen.

Sterilisation
Ewig Lebende sollten nicht länger in der Lage sein Kinder zu zeugen. Dies ist ein weiterer Gedanke, der auf dem Problem der potenziellen Überbevölkerung beruht. Nichtsdestotrotz ist dieser Punkt kritisch, da die langfristigen Auswirkungen nicht im Detail absehbar sind.

 

Dies war ein erster, spontaner Gedankengang.

Was gibt es sonst noch zu bedenken?
Ich bin auf weitere Meinungen gespannt! ;)

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Jens KürschnerAchim Wolf Recent comment authors
Achim Wolf

Sehr geehrte Damen und Herren Alle großen Probleme der Menschheit (Umweltschutz, Lebensqualität, gesellschaftlicher Zusammenhalt, wirtschaftliche Entwicklung) hängen direkt oder indirekt mit dem ungehemmten Wachstum der Weltbevölkerung, die auch die Hauptursache für sehr viele weitere Übel auf der Erde ist. So wird beispielsweise der Klimawandel durch den vermehrten CO2-Aussstoß von immer mehr Erdenbewohnern beschleunigt und wächst sich zu einer Klimakatastrophe ungeheuren Ausmaßes aus, wenn nichts wirklich Greifendes dagegen unternommen wird, die Folgen noch zu minimieren. Durch eine nachhaltige, weltweite Beschränkung der Geburtenraten könnten wir Menschen unsere Erdenheimat wieder gesünder, bewohnbarer und insgesamt friedlicher und harmonischer gestalten. Als Menschen sind wir dies… mehr »