Alle Artikel in: Communication

Erfolgreiche Krisenkommunikation: PR 101

„Der Peter hat vor einiger  Zeit den Drucker überlastet.“ „Der Peter hat letzte Woche mal wieder einen Drucker kaputt gemacht.“ „Peter H. schafft es tagtäglich dem Unternehmen Schaden zuzufügen.“ „Herr H. schadet dem Unternehmen vorsätzlich seit mehreren Monaten und ist nicht länger tragbar.“ Ein einfaches Beispiel, das die Entstehung einer kleinen Krise auf persönlicher Ebene darstellt. In diesem Fall schaukelt sich ein kleiner Unfall zu einem kritischen Problem hoch – durch etwas Tratsch, Missverständnisse und das Stille-Post-Prinzip. Ähnlich läuft es auch meist dann ab, wenn sich Unternehmen mit handfesten PR-Krisen konfrontiert sehen. Die Krisen werden hierbei meist von den Medien aufgrund aktueller Geschehnisse angeschürt und getragen – in Zeiten von Social Media erleben wir aber auch immer öfter so genannte Shitstorms, bei denen eine immer größer werdende Schar an Personen gegen eine Person, ein Unternehmen oder Produkt hetzt. Amazon oder Kik sind hierbei nur zwei Beispiele. Auch Mario Götze erlebt aktuell wohl eine kleine PR-Krise. Wenn man einer derartigen Krise entgegenblickt, stellt sich selbstverständlich stets die Frage, wie man damit am cleversten umzugehen hat. Leider gibt es hierzu natürlich …

Optimale Kampagnenführung im Bundestagswahlkampf

Es ist wieder soweit! Im Herbst findet in Deutschland die Bundestagswahl statt (und kurz vorher auch die Landtagswahl in Bayern). Dies bedeutet insbesondere, dass wir uns auf einige Monate voller spannender Diskussionen, vieler leerer Versprechungen, populistischer Slogans und die ein oder andere Schlammschlacht freuen dürfen. „Freuen“ insbesondere deshalb, weil dies eine tolle Gelegenheit darstellt, PR-Arbeit mitzuerleben. Hier stellt sich natürlich auch immer wieder die Frage, welche Maßnahmen clever und welche eher dumm sind. Die vielen Fettnäpfchen von Herrn Steinbrück gehören sicherlich nicht in die Kategorie „Glücksgriff“. Wie sieht es aber mit den vielen anderen Strategien aus? In diesem Artikel werden nun nicht alle Strategien be- und durchleuchtet. Entsprechend ist die Überschrift mit „optimal“ sicherlich etwas hochgegriffen. Ich möchte aber einen Punkt aufgreifen, der bei uns Wählern sicherlich am ehesten zu Kontroversen führt, sehr kritisch ist und doch immer wieder genutzt wird: Die Strategie den politischen Gegner zu kritisieren, zu verunglimpfen, schlecht zu machen oder gar zu beleidigen. Die Beweggründe, wieso sich so viele Politiker dazu hinreißen lassen sind vielschichtig. Auf dem Parteitag bringt einem der …

Real Influence – wie man erfolgreich überzeugt

Heute möchte ich ein Buch und das damit verbundene Modell vorstellen. Das Buch mit dem Titel „Real Influence: Persuade Without Pushing and Gain Without Giving in“ wurde von Mark Goulston und John Ullmen geschrieben. John war einer meiner Dozenten an der UCLA. Deshalb werde ich das Werk auch nicht bewerten (es ist genial!) oder empfehlen (auf jeden Fall kaufen!), da ich das Ganze natürlich automatisch etwas voreingenommen betrachte. „Real Influence“ ist aktuell leider noch nicht auf Deutsch erhältlich. Dies ist allerdings nicht weiter schlimm, da es kein Fachbuch ist, wie es der ein oder andere vielleicht aus dem Studium kennt. Vielmehr beschreibt es die Thematik sehr anschaulich und leicht verständlich mit vielen Beispielen aus der realen Welt. Dies ist ein wesentliches Ziel der Autoren: Komplexe Inhalte verständlich und nachvollziehbar erklären ohne dabei zu sehr abzuschweifen und in Bullshit-Bingo zu versinken.   Worum geht es? Was ist Einfluss und wie kann ich dafür sorgen, dass ich nachhaltig und langfristig den Ton angebe, anstatt jedes Mal irgendwelche verrückten manipulativen Taktiken auspacken zu müssen? Diese Kernfrage wird von …

Trend zum Second Screen als Chance für TV-Werbung

Der Second Screen liegt voll im Trend! Gemeint ist die Nutzung von Tablet oder Smartphone (oder auch Laptop, etc.) parallel zum TV-Gerät. Noch wichtiger: Der Trend ist auch bereits voll beim werberelevanten Publikum angekommen (oder zumindest in greifbarer Nähe), sofern man aktuellen Berichten (siehe hier auf mobilbranche.de) und Studien (siehe hier von SevenOne Media) glauben darf. Die Sender (siehe Quellen oben), aber auch werbende Unternehmen (siehe hier) beginnen zudem bereits, sich dies mit cleveren Techniken und Tricks zu Nutzen zu machen. Das Ganze hat aber noch einen viel größeren Vorteil, als „nur“ die Möglichkeit mit dem Konsumenten auf mehreren Kanälen gleichzeitig zu interagieren! Konkret kann davon nämlich insbesondere die klassische TV-Werbung profitieren! Dies klingt erst einmal absurd, wenn man bedenkt, dass „Second Screen“ ja bedeutet, dass sich der Konsument eben ein Stück vom TV abwendet. Aber aufgepasst! „Second Screen“ bedeutet, dass bspw. das Tablet parallel zum TV genutzt wird – es ersetzt ihn aber nicht. Hier liegt der Clou. Wie bereits in meinem Beitrag zur sogenannten Bannerblindheit beschrieben, gibt es eine Vielzahl an unterbewussten Prozessen, …

Radio-Diskussion zum Thema Werbewirkung im Internet

Vor wenigen Minuten lief auf SWR2 eine tolle Diskussion zum Thema „Im Netz der Verführer – Wie wirksam ist Werbung im Internet?“, welches nun auch heruntergeladen und nachgehört werden kann. Weshalb das hier nun sogar einen eigenen Beitrag bekommt? Die Diskussion bietet ausnahmsweise einmal echte Experten und keine Pseudo-Marketing-Gurus, die irgendwelche Formeln vortragen, die ich innerhalb von Sekunden widerlegen kann.   So kommen in Ansätzen auch meine Gedanken aus nachfolgenden Beiträgen vor: Bannerblindheit ist nur die halbe Wahrheit Likes & Views – die neue Währung (nur indirekt)   Download Hier klicken (20,34 MB, mp3, von swr.de)   Die Diskussionsteilnehmer (gem. SWR2-Angabe): Michael Frank, Geschäftsführer der Digital-Werbeagentur „Plan.net“, München Jürgen Scharrer, Chefredakteur der Marketing-Fachzeitschrift „Horizont“, Frankfurt Prof. Dr. Elke Theobald, Kommunikationswissenschaftlerin und Expertin für Online-Marketing, Hochschule Pforzheim Gesprächsleitung: Matthias Heger

Corporate Blogs – Tote Materie im Web oder Traffic Kanal?

Blogs – einige Unternehmen nutzen sie, die wenigsten tun dies aber effizient (für sich und den User). Über die Ursachen hierzu könnte man nun sicherlich viel philosophieren. An sich ist die Problematik aber schneller erklärt: Ein guter Blog muss sehr aufwendig und (ganz wichtig) von Kommunikationsexperten gepflegt werden. Gleichzeitig ist unklar, wie der damit erzielte Erfolg gemessen werden kann, bzw. ob sich das Ganze denn überhaupt lohnt. Das „überhaupt“ ist auch deshalb problematisch, da jeder Blog eine gewisse Anlaufzeit benötigt. Viele Unternehmen wollen aber möglichst schnell Erfolge messen und verstehen hierbei auch oft nicht, welche Kennzahl denn überhaupt annähernd für Erfolg steht. Man denke nur einmal an die vielen Unternehmen, die Social-Media-Erfolg einzig mit Like-Zahlen messen und nicht merken, dass sie mit diesem Ansatz von vornherein zum Scheitern verdammt sind (abgesehen davon, dass diese Ziele mit wenigen Euro auf eBay kaufbar sind ;) ). Und dann sind da ja wie erwähnt noch die Experten, die die Inhalte erstellen müssen, was im Idealfall Journalisten mit Marketingexpertise sind (interessanter Artikel hierzu auf contentmarketinginstitute.com). Viele Probleme. Nichtsdestotrotz muss …

Mixed Emotions mit Herz

Vor einiger Zeit gab es hier bereits einen kleinen Beitrag zum Thema Werbespots mit Mixed Emotions (hier klicken, um zu diesem Beitrag zu gelangen). Heute möchte ich einen weiteren sehr schönen Werbespot aus der Schweiz präsentieren.Wer sich für mehr Details interessiert, dem sei der aktuelle Artikel auf wuv.de empfohlen, welcher sich damit befasst (siehe hier).Viel Spaß! >> Hier auf YouTube ansehen  

9 Eigenschaften der besten Chefs

Business Insider hat vor nicht allzu langer Zeit einen schönen Artikel veröffentlicht und die neun impliziten Eigenschaften der besten Führungskräfte zusammengetragen (siehe hier). Da sich die Liste mit meiner und der von vielen Experten gepredigten Führungsphilosophie deckt, hier die Kernpunkte auf Deutsch. Herausragende Chefs…   1. Verzeihen und Vergessen Sie verzeihen Fehler Anderer und vergessen dies auch. Ein einzelner Fehler macht niemanden zu einem schlechten Menschen. Gute Führungskräfte wissen das und sorgen dafür, dass die Mitarbeiter ihr Bestes geben – indem sie sie unterstützen und nicht besagten Fehler laufend vorhalten.   2. Transformieren Unternehmensziele in Mitarbeiterziele Motivation kann nicht erzwungen werden. Sie ist vielmehr ein intrinsischer Prozess. Punkt zwei ist daher essentiell, um Mitarbeiter dazu zu motivieren, das Unternehmen voranzutreiben! (siehe auch hier: Die erstaunliche Wahrheit über Motivation)   3. Blicken hinter die Taten auf Emotion und Motivation Taten, Fehler, aber auch Erfolge sind lediglich das Ergebnis des Menschen dahinter. Wer diese Menschen versteht, der kann für nahhaltigen Erfolg sorgen (siehe auch 2.).   4. Unterstützen ohne Dank zu erwarten Herausragende Führungskräfte stehen zu 100 …

Bannerblindheit ist nur die halbe Wahrheit

Wer sich in den Gefilden des Marketing bewegt, hat möglicherweise schon einmal davon gehört. Wer sich konkret mit Online-Marketing beschäftigt, kommt sowieso nicht darum herum. Bannerblindheit (oder Banner blindness) beschreibt den Effekt, dass Internetnutzer bestimmte Bereiche einer Webseite automatisch nicht mehr bewusst wahrnehmen, da sie darauf trainiert sind, dass an diesen Stellen gemeine Werbeanzeigen lauern. Ein Beispiel wäre der Bandenbereich rechts des Hauptinhalts. Dies stimmt, ist messbar und ein großes Problem. Allerdings ist dies nur die halbe Wahrheit, die aber oft von allen möglichen Experten als ganze verkauft wird. Fakt ist, dass die User diese Bereich tatsächlich nicht länger bewusst beachten. Aufgrund dessen werden sie die Werbeanzeigen dort nicht anklicken und 95 % der Werbenden verbuchen die Anzeige allein dadurch als Misserfolg (einzige Messgröße ist in der Regel der Klick und darauf folgende Aktionen). Fakt ist aber auch, dass man hier lediglich das BEWUSSTE Handeln betrachtet (klar – ist ja auch am einfachsten zu messen), unterbewusste Prozesse aber vollkommen ausblendet. Das ist der andere Teil der Wahrheit – der Teil, der sträflichst vernachlässigt wird und …

Die guten Schafe und Amazon

Die Aufschrei-Debatte ist schon wieder abgeklungen und ich dachte sie wären verschwunden – doch da sind sie wieder – die Schafe, die Mediengetriebenen, die Spielbälle. Es ist sehr interessant zu beobachten, wie die Berichterstattung der Medien die öffentliche Meinung, Diskussion und Bewegung beeinflusst – ganz wie der Hirtenhund die Schafsherde. Und doch wirkt nicht jeder Bericht gleich. Woran liegt das? Wer oder was sorgt dafür, dass der eine Bericht so viel besser anschlägt, als der andere?   Ein kleiner Rückblick…. Amazon nutzt (wie in Deutschland üblich) Leiharbeitsfirmen, um schnell und einfach Nachfragespitzen bewältigen zu können. Es stellt sich heraus, dass diese Firmen ihre Mitarbeiter sehr unschön behandeln. [Link] Folge: Große Empörung gegenüber Amazon, die ihre Subkontraktoren (!) scheinbar nicht weiter kontrollieren. Apple’s Zulieferer sorgen seit Jahren dafür, dass ihre Mitarbeiter wie Sklaven behandelt werden, entweder in der Fabrik sterben oder sich einfach selbst umbringen. [Link] Folge: Apple? Das sind doch die mit den tollen Telefonen. Das will ich! Kik, Zara, GAP, Aldi, Lidl, usw. lassen ihre Produkte von Subkontraktoren zuliefern, die Menschen wie Tiere halten …