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My Los Angeles Experience

Den Sommer 2011 habe ich an der University of California Los Angeles (UCLA) verbracht und hierbei fleißig Blogbeiträge geschrieben.

Dies ist die Geschichte, bzw. die Aneinanderreihung der Beiträge meines damaligen Blogs.

Auf die Migration der Bilder habe ich teilweise verzichtet, aber die Videos sollten für sich sprechen. Viel Spaß beim Lesen…

 

Executive Summary

 

Incoming

15.45 deutscher Zeit hob die Lufthansamaschine vom Typ A340-600 in München ab. Dank exzellenter Flugbedingung konnte im Laufe des Fluges einiges an Zeit eingespart werden, weshalb aus den befürchteten 13 Stunden nur noch 12 wurden. Nichts desto trotz kann auch das in der Economy Class sehr anstrengend werden. Der beste Tipp hierzu lautet in der Regel immer “Augen zu, schlafen, und durch” – was ich allerdings tunlichst vermeiden wollte. Somit konnte ich zumindest am Abend nach der Landung gut Schlaf finden und war ohne Jetlag am nächsten Tag topfit. Mit diesem Plan durfte ich mir die Zeit also mit vielen tollen Filmen vertreiben, die vollkommen verstümmelt (kein Blut, keine nackte Haut, keine Flugzeugabstürze – und das alles in einem Actionfilm) auf einem leicht defekten Monitor liefen … yeha.

Entlohnung fand sich stellenweise in der tollen Landschaft, über welche wir hinwegflogen. Diese konnte man zwar nur wenige Male bewundern, dafür lieferte Grönland aber tolle Bilder!

In Los Angeles angekommen, musste schließlich noch der finale Einreisecheck erledigt werden. Nach weiteren 2 Stunden in der Warteschlange hatte ich schließlich meine Stempel und musste glücklicherweise auch nicht mehr in die Gepäcknachkontrolle, da der zweite Kontrolleur sichtbar Freude daran hatte einige Deutschvokabeln zu lernen :)

Somit stand der erholsamen Nacht im Flughafenhotel (worin es trotz Landebahnnähe völlig leise war) nichts mehr im Wege. Erwähnenswert ist hierbei allerdings in jedem Fall das innovative Super-Duschsicherheitssystem Showergard!

Bereits im Vorfeld hatte ich Kontakt mit einem weiteren Summer Sessions Teilnehmer aus Deutschland, welcher mich netter Weise im Auto mit zur Universität nahm. Dort angekommen konnte ich schließlich mein Apartment begutachten, welches irgendwie deutlich größer als in der Beschreibung ist … 40m² … lässt sich aushalten ;). Gleichzeitig durfte ich allerdings auch bereits Erfahrungen mit dem Kalifornischen Abwassersystem machen – der Pömpel stand nicht ohne Grund da :D

Nach einer kleinen Tour über den Campus (btw: awesome!! Mehr demnächst) gab es noch eine noch kleinere Einführungsveranstaltung der Uni. Zumindest kann ich jetzt schon mal den UCLA-Schlachtruf für alle möglichen Sportevents (die im Sommer ja nicht wirklich stattfinden ^^).

Am Abend ging es anschließend noch auf eine Party im Nachbars-Nachbars-Stadtteil Hollywood. Dort hatte der Bayreuther Sportökonom Lasse Schmitt eine hammer Show organisiert, womit das 10-wöchige Programm in allen Gesichtspunkten gestartet war.

Neben vielen weiteren Erledigungen, die anfangs leider noch anfallen steht heute nun die erste Vorlesung auf dem Plan – mehr dazu demnächst…

 

First days at UCLA

Mittlerweile bin ich nun seit fünf Tagen im Besitz einer Bruin Card (dem hiesigen Studentenausweis) und damit also auch dem Geldbeutel nach UCLA-Student. Gleichzeitg fanden diese Woche auch die ersten Kurse/Vorlesungen statt, weshalb ich die Gelegenheit nutzen möchte etwas von den ersten Eindrücken hinsichtlich der Universität zu berichten.

Die University of California Los Angeles ist eine sehr große Universität – vor allem gemessen an ihrer Grundfläche. Angesichts der Tatsache, dass wir uns hier auch in einem eher hügeligen Gebiet befinden, kann das Unierkunden also durchaus anstrengend werden. Nichts desto trotz findet man sich allerdings nach einiger Zeit trotzdem ganz gut zurecht, wodurch einem die Entfernungen auch nicht mehr unerträglich weit vorkommen (sind sie eigentlich auch nicht). Grundsätzlich sticht aber natürlich nicht die flächentechnische Größe, sondern vielmehr die einzigartige Architektur ins Auge – allem voran, die Royce Hall, das älteste Gebäude am Campus (siehe Foto).

Auch die Vorlesungsräume können sich sehen lassen (zumindest meine in der Anderson School of Management). Dort findet man sich in einem aus vielen Filmen bekannten kleinen Halbkreis um das Rednerpult wieder. Hierbei haben rund 40 bis 50 Studenten Platz und können auf den bequemen Bürostühlen den Worten des Dozenten lauschen. Die zwei (gefühlten) 100″-Fernseher und 3 Beamerleinwände tun ihr übriges.

Zu den Kursen. Der Kurs “Leadership Principles and Practice” wird von John Ullmen gegeben und ist speziell auf das Summer Session Programm zugeschnitten. Konkret geht es hierbei (wie der Name schon ahnen lässt) darum, Führungsfähigkeiten zu definieren und durch zahlreiche Praxisübungen zu trainieren. Herr Ullmen ist neben seinen Lehrtätigkeiten sehr erfolgreicher Autor und Motivationstrainer, was man ihm auch anmerkt. Entsprechen interessant ist der Kurs. Der Kurs “Corporate Entrepreneurship” wird von Hans Schollhammer (ja, ein deutscher, welcher vor vielen Jahrzehnten ausgewandert ist) gegeben. Herr Schollhammer ist bereits etwas älter (v. a. im Vergleich zu Herrn Ullmen), kann dadurch aber enorm viel Erfahrung vorweisen – insbesondere im behandelten Gebiet. Der Kurs selbst ist ebenfalls sehr interessant, aber nach erster Einschätzung auch deutlich anspruchsvoller und zeitaufwändiger (!). Dies liegt möglicherweise daran, dass es sich hierbei um einen regulären Executive-MBA-Kurs handelt. Neben einem umfassenden Studienprojekt müssen unter anderem mindestens zwei Fallstudien bearbeitet und entsprechend präsentiert werden.

Neben diesen vielen Eindrücken hatte ich die letzten Tage natürlich auch viel Zeit neue Leute kennenzulernen und die Gegend weiter zu erkunden. So verbrachten wir unter anderem auch einen Nachmittag am Santa Monica Beach und konnten das Nachtleben in Westwood antesten.

Als Fazit kann ich aktuell nur festhalten, dass ich noch nicht weiß, wie ich die vielen Eindrücke und Freizeitmöglichkeiten mit dem teilweise doch sehr anspruchsvollem Studienprogramm zusammenbringe. Allerdings bin ich sehr zuversichtlich, dass sich dieses Problem von selbst lösen wird, sobald man sich etwas besser eingelebt hat.

 

Beach – 100 % off

Jeder kennt mit Sicherheit die unzähligen Rabatt-Systeme deutscher Kaufhäuser, Tankstellen und Supermärkte. All diesen Trends habe ich mich bisher weitestgehend verschlossen, da man praktisch nicht wirklich viel damit gewinnen kann – wer ein halbes Jahr bei Real einkauft bekommt vielleicht einmal 5 EUR Rabatt auf einen Artikel, den er zu dem Zeitpunkt ggf. gar nicht benötigt.

Was in Deutschland also unter dem Strich lediglich eine Karte mehr im Geldbeutel bedeutet, bringt in den USA aber bare Vorteile, weshalb ich jetzt schon zwei dieser Rabattkarten besitze. Am spannendsten ist hierbei die Karte des örtlichen Supermarktes über welche man auf gefühlte 95 % der Artikel direkten Rabatt bekommt – und das nicht zu knapp. So haben wir beispielsweise Getränke für $24 gekauft und dank der “Ralphs-Card” nur $16 gezahlt. Da lohnt es sich endlich einmal das Stück zusätzliches Plastik mit herumzuschleppen :)

Auch neu entdeckt haben wir eine Übersichtsseite der Uni wo man als UCLA-Student ermäßigten Eintritt bekommt – auch hier spart man in den meisten Fällen nicht nur hier und da mal $1, sondern bis zu 50 % des ursprünglichen Preises!

Dagegen schlagen allerdings die Kosten für Skripte ordentlich zu Buche. Da soll sich nochmal jemand über die Preise an deutschen Unis beschweren.
Zum Verständnis: Man nehme den deutschen Preis mal 20 und ersetze € durch $ – so sieht dann der Preis eines vergleichbaren Skriptes hier aus ;)
Glücklicherweise gibt es das Buch/Skript in meinem Leadershipkurs freundlicher Weise als pdf :)

Der Strand ist allerdings nach wie vor (Parkgebühren ausgenommen) kostenlos (100 % off)! 
Nach Santa Monica Beach haben wir mittlerweile auch Venice Beach begutachtet. Die Atmosphäre dort ist etwas entspannter, was wohlgemerkt nicht an den Marihuana-Läden und den Arztpraxen (die für $40 das passende Rezept dazu ausstellen) liegt! Vielmehr wirkt der Strand durch die Fahrradpromenade und die vielen bunten Häusern fröhlicher – und im Abendlicht sowieso :)

 

Excellence – it starts with you

Derartige Sätze kann man überall am Campus auf großen Postern lesen, was Teil einer Kampagne zur Manifestierung der UCLA-Wert ist.

Mehr Infos hierzu findet man hier: UCLA TRUE BRUIN

Meines Erachtens eine tolle Sache (auch um die Studenten stärker an die Uni zu binden) – sollte an deutschen Unis auch stärker gelebt werden :)

 

Viva Las Vegas

Wie bereits angekündigt haben wir das Wochenende in Las Vegas verbracht – genau genommen von Freitag bis Sonntag Abend. Den Montag haben wir bewusst weggelassen, da das zum einen sowieso die teuersten Tage waren und wir zudem nicht riskieren wollten am 4. Juli irgendwo in der Wüste im Stau zu stecken.

So ging es also am Freitag, den 1. Juli um 7 Uhr vormittags los Richtung Osten. Glücklicherweise waren die Straßen halbwegs frei, bzw. haben wir in L.A. den Weg abseits der verstopften Freeways gefunden :)

Mit einem kleinen Zwischenstopp in Barstow kamen wir pünktlich zum frühen Nachmittag in Vegas an und konnten unsere 2-Bedroom-Suite in den Planet Hollywood Towers beziehen. Dort mussten wir uns zunächst mit den gefühlt 1000m², dem Jaccuzi, den 5 Plasma-TVs und der riesigen Videoleinwand vertraut machen ;)
Man muss dazu sagen, dass das Ganze pro Nacht und Person nur knapp 65€ gekostet hat – und das wie gesagt an einem der teureren Wochenenden :)

Dank vieler toller Zufälle (nicht normal) konnten wir in den folgenden Tage (bzw. eher Nächten) das volle Vegas-Programm ohne exorbitante Kosten erleben. Hinsichtlich Jugendschutz und aktueller Tippfaulheit soll die detaillierte Erzählung auf den “Big-Shot” und “Wet Republic” beschränkt werden. Der “Big-Shot” ist ein Freefalltower auf dem Stratosphere Tower. Von dort hat man einen spektakulären Ausblick auf die ganze Stadt und kann nur jedem empfohlen werden!

Am Sonntag ging es zum Ende noch auf eine “Wet-Republic”-Pool-Party am MGM. Auch hier natürlich wieder ohne Eintritt ($30) zu zahlen viel Spaß gehabt :)

Beim Verlassen der Stadt wurden wir abschließend noch von heftigem Regen, Sturm, Blitz und Donner überrascht, was in der Wüste nicht allzu oft vorkommt. Somit konnten wir am Ende noch ein weiteres besonderes Vegas-Erlebnis verbuchen ;)

 

Independence Day

Der 4. Juli ist in den USA ja bekanntlich der wohl wichtigste Feiertag.

Im Vorfeld hatte ich bereits gelesen, dass es entgegen aller Erwartungen wohl lediglich an ausgewählten Plätzen ein Feuerwerk zu bewundern gibt.
Nach einem ausgiebigen BBQ machten wir es uns auf der Dachterasse gemütlich – in der Hoffnung dort zumindest irgendetwas zu sehen. Dieses Etwas kam dann auch tatsächlich, allerdings lediglich in Form von 10 bis 20 Raketen, welche innerhalb von 3 Stunden gen Himmel fuhren. Alles in allem also etwas enttäuschend für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber trotzdem noch ein sehr schöner Abend :)

Tipp an dieser Stelle aber: Wer am 4. Juli in Los Angeles ein tolles Feuerwerk sehen möchte sollte unbedingt entsprechende Angebote à la “Riesenfeuerwerk im XYZ-Stadion” wahrnehmen – ansonsten wird das nix ;)

 

Neighborhood

Vergangene Woche nutzten wir die Zeit uns mit der Nachbarschaft ein wenig genauer vertraut zu machen.
Wer sich die Universität schon einmal aus der Vogelperspektive angeschaut hat, durfte feststellen, dass die Lage nicht unbedingt die schlechteste ist. Die UCLA ist umgeben von dem Bel Air Country Club im Norden und dem Los Angeles Country Club im Osten. Der Stadtteil Westwood befindet sich entsprechend zwischen Santa Monica, Bel Air und Beverly Hills. Um es noch etwas genauer zu erklären – die erweiterte Nachbarschaft besteht aus Personen wie Julia Roberts, Jim Belushi und Hugh Hefner.

Obgleich man dank vollkommener Abschirmung nicht viel von den Anwesen sehen kann, ist es doch interessant einfach einmal durch die Viertel zu spazieren – hin und wieder passiert es doch, dass man den Stars beim Joggen begegnet.

Am Ende unserer Tour machten wir schließlich noch die Bekanntschaft mit einem mexikanischen Eisverkäufer, welcher uns mitteilte, dass wir Jim Belushi gerade knapp verpasst haben. Im weiteren Gespräch vertraute er uns schließlich noch an, dass er David Beckham nicht sonderlich mag, weil er ihm kein Trinkgeld gibt und sich selbst die 50 Cent beim Eiskauf (Eis: $1,50; gezahlt: $2) zurückgeben lässt.
Möglicherweise funktioniert seine Waschmaschine ja auch nur mit Quarters – da ist Kleingeld Gold wert ;)

 

The usual life

Nach den vielen aufregenden Eindrücken zu Beginn hat sich mittlerweile fast schon eine Art Alltag eingestellt.
Dieser Alltag besteht in weiten Teilen aus Uni – O’Hara’s – Uni – BrewCo – Strand.

O’Hara’s (vor langer Zeit Maloney’s) und BrewCo sind zwei der typischen Studentenkneipen in Westwood mit vielen tollen Special Offers jeden Tag – so zum Beispiel der Long-Island-Ice-Tea-Mittwoch der BrewCo (Long Island Ice Tea für $3 – mal mit weniger, mal mit zu viel Alkohol).

Die Uni-Kurse sind mittlerweile auch etwas fortgeschritten. Besonders spannend ist hierbei der Leadership-Kurs, in welchem wir das Kapital “Motivation and Inspiration” mittlerweile abgeschlossen haben und nun “Negotiation” behandeln – hierbei dürfen wir jedes Mal in kleinen Gruppen Rollenspiele durchführen und damit das “Verhandeln” üben :)
In Corporate Entrepreneurship steht die erste Präsentation an (nachdem wir das lange hinauszögern konnten). Zudem müssen wir hier ein etwas größeres Term-Project bearbeiten (quasi eine Hausarbeit – optimaler Weise mit empirischem Anteil) – aber noch ist ja noch Zeit ;)

Nach wie vor ist natürlich auch noch ein Großteil der typischen Touri-Programmpuntke offen, aber auch das sollte hoffentlich demnächst mal klappen…

Damit das Foto nicht fehlt, ein Blick über die Dächer von Westwood:

 

A normal day

Damit angesichts des letzten Beitrages nicht der Verdacht aufkommt es würde hier langweilig werden, möchte ich an dieser Stelle noch kurz erklären, was ein scheinbar normaler Tag am Campus, bzw. wohl auch in Los Angeles im Allgemeinen bedeutet.

Jeden einzelnen Tag darf man sich darüber freuen, dass die Sonne scheint und der Campus in seiner ganzen Pracht erstrahlt. Der architektonische Stil ist beeindruckend und wirkt sehr warm und entspannt. Von allen Universitäten, die ich bisher in Deutschland sehen durfte, ähnelt wohl einzig die Uni Bayreuth den UCLA-Gebäuden, obgleich auch hier noch Unterschiede bestehen, die nicht in Worte zu fassen sind.

Diese Atmosphäre zieht natürlich nicht nur Studenten, sondern auch viele andere “Völker” an. So konnte man vergangene Woche an der Royce Hall (dieses kirchenähnliche Hauptgebäude) bei den Dreharbeiten zu “90210” (Fortführung der bekannten TV-Serie “Beverly Hills 90210) zusehen.
Einmal um 180° gedreht und man hat einen tollen Blick über den Campus und einen Teil der Sportanlagen, auf welchen aktuell für zwei Wochen Real Madrid für die kommende Saison trainiert.

Nachteil des Ganzen natürlich: Man muss sich irgendwie durch die ganzen Absperrungen schlängeln und das Kreischen ertragen, wenn Ronaldo, Ramos, Özil und Co via Golf Cart zum Spielfeld kutschiert werden.

Ein ganz normaler Tag also ;)

 

Artwalk

Einmal im Monat findet in Downtown Los Angeles der so genannte Art Walk statt. Hierbei wird in den zahlreichen Gallerien und darüber hinaus Kunst zelebriert. Neben (zu) vielen Menschen und Bildern gibt es unzählige Straßenkünstler zu bewundern und genügen Essstationen, um nicht zu verhungern.

Leider schließen die Gallerien alle relativ zeitig und die Straßen werden wieder “leergespült” – an bestimmten Orten geht die Party allerdings weiter. So fanden wir uns schließlich im “Exchange Los Angeles” wieder – einem ehemaligen Gebäude der L.A. Börse. Dort gab es unter der Organisation von Bluecanvas weitere Ausstellungen und zahlreiche Live-Paintings – neben klassischen Arbeiten, Tattookunst und Bodypainting war auch ein Live-Photoshopkünstler am Start.
Nach und nach verschwanden aber auch diese Künstler und wurden durch die eigentliche Party ersetzt – alles in allem ein toller Abend.

 

LA Homicide Report

Die USA sind ja bekannt dafür, dass alles mögliche digital aufgezeichnet und veröffentlicht wird.

Ganz besonders spannend (oder wahlweise erschreckend): homicide.latimes.com

Unter angegebenem Link listet die L.A. Times seit 2007 alle Morde (3501) in Los Angeles auf – natürlich nur sofern offiziell verzeichnet/bekannt. Da macht das Busfahren nachts gleich noch mehr Spaß :D. Man sollte sich wohl lieber nicht zu viele Gedanken darüber machen und sich damit beruhigen, dass die meisten roten Punkte auf Gang-Rivalitäten zurückzuführen sind.

Letzten Endes ist zumindest die Gegend rund um die Uni halbwegs sicher :)

 

half time [check]

Einige Wochen sind mittlerweile hier in Los Angeles vergangen und die Ersten müssen die Tage leider schon die Heimreise antreten. Für mich und einige wenige Andere ist aktuell aber gerade die Halbzeit etwas überschritten, was zumindest diesen Eintrag wert ist. 
Wir mussten die letzten Tage feststellen, dass die Zeit jeden Tag ein wenig schneller vergeht, weshalb die letzten Wochen wohl wie im Flug vergehen werden – ich bin gespannt was noch so passiert.

Nachdem mit dieser Woche auch mein Leadershipkurs feierlich beendet wurde (sehr schade), bleibt in Zukunft auch noch deutlich mehr Freizeit, um vielleicht endlich ein mal ein paar Touristenziele abzuklappern :) – beginnend mit den Universal Studios! Diese kenne ich bisher leider nur bei Nacht und auch nur in Ansätzen – so haben wir die letzten Dienstagabende (nach unserem Entrepreneurshipkurs, welcher in der Regel bis 9.15pm dauert) im “Howl At The Moon” verbracht, welches sich in der Universal City befindet. Dort gibt es Dienstags die Möglichkeit einer Liveband zu lauschen und wahlweise Karaoke zu singen oder zu spielen. Dies bedeutet konkret, dass man ohne gegebene Lyrics mit Liveband singen kann oder ein Instrument übernimmt. Während ich damit noch ein wenig überfordert wäre, kann man dort jeden Abend echten Talenten lauschen!

Noch ein paar weitere Informationen: Vor einigen Tagen haben wir unseren Stammstrand Venice verlassen und sind nach Malibu gefahren. Dort suchen wir den recht beliebten Zuma Beach auf. Fazit: War nett, tolle Wellen, aber sehr beengt und überlaufen. Zumindest hat man einmal die Baywatch-Küste gesehen :)
Mein Favorit bleibt nach wie vor Venice Beach!

 

Universal Studios Hollywood

Während ich es sechs Wochen lang nicht geschafft hatte, war der Tag schließlich endlich da, an welchem die Universal Studios Hollywood bei Tag besucht wurden :)

Nachdem ich zunächst einmal mit dem Bus in die falsche Richtung gefahren bin, wartete das erste Highlight in der U-Bahn (ja die gibt es und sie deckt in etwa 1,12 % von L.A. ab) auf mich, als eine junge, zierliche Frau beim Einsteigen ein angelehntes Fahrrad streifte (außer dass das Fahrrad kurz gewackelt hat ist nichts passiert).
Dunkelhäutige andere Frau aus 6 Metern Entfernung: “Hey, was fällt ihnen ein mein Rad zu beschädigen?!!!!”
Frau: “Oh, entschuldigen Sie vielmals. Ich bin aus Versehen hängen geblieben. War keine Absicht. Sorry.”
Andere Frau dreht sich um und diskutiert aufgebracht mit ihrem Freund (ebenfalls Afroamerikaner, 2 Meter hoch und auch in etwa so breit), bevor dieser aufsteht und die junge Frau, welche aus Versehen das Fahrrad berührt hatte, ganze 6 Minuten aufs Übelste beschimpft (das meiste wiederholte sich nach einiger Zeit mehrfach). Diese blieb allerdings stets überraschend cool und da weiter auch nichts passiert ist verbuche ich dieses Erlebnis unter “Real-Life-Comedy” :D

Die Universal Studios selbst waren (zumindest für mich) jede Minute Busfahrt wert.
Zunächst erkundeten wir die berühmte Studio-Tour, besuchten die Sets von Desperate Housewives, War of the Worlds oder Klassikern, wie Psycho. Dazwischen wurde die Tour stets durch spannende kleine Attraktionen, wie die King Kong 360 3D Fahrt, einer künstlichen Flut, durch die Luft fliegende Autos oder Life-Acting angereichert. Wer sich für Filme und deren Entstehung interessiert sollte sich die in der Regel 30-minütige bis 1-stündige Wartezeit antun! Wem diese Thematik nicht wirklich zusagt sollte sein Geld jedoch wohl lieber sparen.

Im Anschluss wanderten wir noch ein wenige über das Gelände und besuchen unter anderem die Terminator- und Waterworld-Show. Bei letzterer hatten wir glücklicherweise Sitze in der Mitte der Tribüne, wodurch wir lediglich nass waren. Personen in den ersten Reihen wurden teilweise mit vollen Eimern Wassern übergossen.

Aufgrund eines abendlichen BBQs konnte ich leider nicht alle Attraktionen besuchen, aber vielleicht schaue ich auch nochmal vorbei :)

Noch ein kleiner Tipp: Tickets gibt es im UCLA Central Ticket Office günstiger!

 

 

IndieCon presents Film Finance and Distribution

Mehr oder weniger zufällig bin ich auf die Vereinigung IndieCon aufmerksam geworden, welche von Zeit zu Zeit interessante Workshops und Treffen organisiert.

So machte ich mich heute auf den Weg nach Santa Monica in das Aero Theatre, wo interessante Gäste über das Thema “Film Finance & Distribution” philosophierten und vor allem von eigenen Erfahrungen berichten. Da die Gastredner hierbei so ziemlich alle Spektren des Themas vertraten – vom Independent Filmmaker über den Sales Agent bis hin zur Full-Service Produktionsfirma (Millennium Films) – gab es hierbei Geschichten aus allen Bereichen der Thematik.
In entspannter Kinoatmosphäre konnte man hierbei viele Insiderinformationen aus dem Hollywood Filmgeschäft gewinnen.
Zu guter Letzt erzählte D.B. Sweeney über sein erstes Werk als Regisseur und Produzent “Two Tickets To Paradise” (u. a. mit John C. McGinley). Der Film entstand als primär selbstfinanzierte Low-Budget-Produktion (~$2 Mio) auf Super 16 mm und erzählt die Geschichte von drei Freunden, welche ihre Midlife-Crisis auf einem RoadTrip auskurieren. Am Ende gab es dann noch die entsprechende DVD geschenkt – genialer Streifen! :)

An dieser Stelle sei zudem noch angemerkt, dass der Veranstaltungsort an der wohl schönsten Straße liegt, die ich bisher in L.A. gesehen habe. Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt einmal die Montana Ave entlangschlendern. Zumindest in Ozeannähe ist das ein Traum – grün, fast geräuschlos (wenig Verkehr und keine Touristen), mit vielen verspielten Designerläden (keine teuren Marken, sondern eher Independent Stuff, welcher entdeckt werden möchte) und Restaurants.

 

My week

Das Ende naht!!
Dies bekommt man nicht nur immer mal wieder von seltsamen christlich extremen Bewegungen mitgeteilt – auch die UCLA-Erfahrung biegt (gefühlt) soeben auf die Zielgerade ein.
Am deutlichsten merkt man dies an unserem Entrepreneurship-Kurs, für welchen nun die letzten Fallstudien bearbeitet, die Präsentationen erstellt und gehalten werden müssen.

Davon unbeeindruckt folgte die vergangene Woche beinahe schon dem gewohnten Verlauf. Vorlesung, Bar, Strand, Party Bus nach Hollywood, Abhaken eines weiteren Touri-Punktes (Besuch des Walk of Fame bei Tag), Kino, …

Zu guter Letzt noch ein paar weitreichende Erkenntnise der letzten Wochen (eigentlich lediglich Wissen, dass hier in der Praxis bestätigt wurde):

  • Auch wenn die Noten im Summer Quarter generell etwas besser ausfallen, muss auch grundsätzlich gesagt werden, dass eine “US-Eliteuni” nicht annähernd den Schwierigkeitsgrad einer deutschen Universität (zumindest meiner) erreicht. Hier wird spürbar mehr Wert auf die Ausbildung selbst als auf die “final grades” gelegt. Man muss hier theoretisch deutlich mehr lesen und während dem Semester arbeiten, hat bessere Studienbedingungen und bekommt dafür bessere Noten. Unter dem Strich kann man also mehr und hat gute Noten, was an sich wieder passt – der Ansatz ist aber anders und m. E. besser als in Deutschland.
  • Wenn es um Studiengebühren geht, wird in Deutschland mit Blick auf die USA gerne auf das dortige ausgeprägte Stipendiensystem verwiesen. Das gibt es natürlich, ist aber auch mit einer Vielzahl an Einschränkungen verbunden. Für die Mehrheit der Studenten (soweit ich das beurteilen kann) sind deutsche Studiengebühren (die es ja bald nur noch in Bayern und Niedersachsen gibt) ein Traum.
  • Die Verbundenheit der Studenten mit ihrer Universität (der UCLA) ist bewundernswert und hat Vorbildcharakter.
  • Nach dem Besuch der 3. (oder 4.?) “echten” Studentenbude muss festgehalten werden: statistisch gesehen wohnt jeder Student (der nicht in den Dorms wohnt) in einer Dunstwolke aus “Gras-Parfüm”.
  • Je stärker Aktivitäten zur Gewohnheit werden, umso stärker wird man diese am Ende wohl vermissen.
  • Es ist verdammt schwer regelmäßig Blogartikel zu schreiben, wenn man sich verpflichtet fühlt die ersten Beiträge jedes Mal mit neuen besseren Geschichten zu übertrumpfen, ohne dabei zu persönlich zu werden.

 

I can see the end

Die letzte Woche, um nicht zu sagen die letzten Tage sind angebrochen. Die letzte Vorlesung ist zu Ende, das “Term Project” abgeschlossen, abgegeben und präsentiert. Die letzten Erledigungen und Einkäufe sind abgehakt.

Alles in allem steht dem Rückflug nach Deutschland also nichts mehr im Wege. Obgleich ich mich sehr auf good old Europe freue, verlasse ich den Sunshine-State mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Ich durfte viele tolle Dinge erleben und noch coolere Leute kennen lernen. Letzten Endes gibt es kein wirklich negative Erlebnis in den letzten Wochen und Monaten. All das trägt natürlich nicht gerade dazu bei, dass man sich leicht von dem Leben hier verabschieden kann. Nach der sechsten Woche hat es aufgehört sich wie Urlaub anzufühlen und man ist doch etwas heimisch geworden.

Ich werde es vermissen …

  • den Stau auf der 405, bzw überall 10 Stunden pro Tag
  • die entspannten Nachmittag am besten Strand LA’s – Venice Beach
  • das After-Beach-Bier im Waterfront Cafe
  • beim Einkaufen an Filmpremieren vorbeizuschlendern
  • den besten Karaokesänger und Musikern der Welt im Howl At The Moon zuzuhören
  • sich im Supermarkt über günstigen Alkohol zu freuen und über teuren Käse zu ärgern
  • Mexikaner zu beobachten, die neben dem Stoppschild stehen und ein zweites Stoppschild hochhalten
  • am täglichen Feuerwehreinsatz bei Tag und Polizeieinsatz bei Nacht vorbeizulaufen
  • an der Kasse im Supermarkt freundlich begrüßt und verabschiedet zu werden
  • all die verrückten Lebenskünstler, welchen man im Bus und am Strand begegnet
  • all die wirklich verrückten Leute
  • die Tatsache, dass jeder Zweite irgendwie in der Entertainment-Industrie arbeitet (oder arbeiten möchte)
  • 3000 kcal-Hot-Dogs nach dem Club
  • dass die Einkäufe im Supermarkt kostenlos eingepackt werden (bzw. überhaupt eingepackt werden)
  • Amerikanische Freunde aus Versehen auf Deutsch und deutsche Freunde auf Englisch zuzulabbern
  • jeden Tag neue Leute aus der ganzen Welt zu treffen
  • in die Waschmaschine 2 Ladungen Wäsche auf einmal zu werfen und einfach auf “Colors” zu drücken
  • vergessen einzukaufen und Sonntagabend in den Supermarkt zu marschieren
  • ins Kino zu gehen und alle Filme auf Englisch sehen
  • Dinge zu erleben, wovon man 4 Monate vorher nur geträumt hatte
  • All the places I visited every week (or day) and of course all the great friends I made!!
  • in einer der tollsten Städte der Welt zu leben

Bye, Bye L.A.
I’ll come back very soon :)

 

Kategorie: English only, Life
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