| Autor: Jens Kürschner | Ein Kommentar

Korkwand – ein verstaubtes Hilfsmittel wiederentdeckt

Weniger Poster, mehr Kork!

Mein Zimmer hat einen neuen Anstrich bekommen – genauer gesagt, verfügt es nun über eine riesige Pinnwand (ca. 2,5 x 1 Meter).
Die Idee dazu entstand relativ pragmatisch aus dem Wunsch, die vielen unterschiedlichen Inhalte meiner Masterarbeit zu visualisieren. Da ein großes Whiteboard zu teuer gewesen wäre, fiel der Gedanke schnell auf die gute alte Korkwand. Man findet sie noch hin und wieder in diversen Büros oder Seminarräumen – letzten Endes wird sie m. E. aber immer seltener genutzt.
Insbesondere für Studenten ist die Korkwand aber ein geniales, günstiges Hilfsmittel, um (komplexe) Inhalte strukturiert darzustellen.

Kork-PinnwandDer High-Tech-Freak wird nun einwerfen, dass es dazu doch zahlreiche Software-Lösungen gibt, die viel praktischer sind, weil man sie überall mit hinnehmen kann, etc. Die Korkwand hat allerdings den unschlagbaren Vorteil, dass man seine Inhalte räumlich (in echtem 3D!!) darstellen kann.
Im Nachfolgenden weitere Vor- und Nachteile im Überblick.

 

Vorteile

  • Die Größe ist individuell anpassbar
  • Das Konstrukt ist relativ preisgünstig
  • Man kann Lerninhalte anpinnen und somit räumlich lernen, was von vielen Gedächtnisprofis empfohlen wird
  • Man kann Mind-Maps erstellen, die weit größer und flexibler sind, als digital möglich (anpinnen, umstecken, verwerfen, etc. geht per Hand an der Wand deutlich schneller, als mit Maus am Laptop)
  • Man hat am Ende quasi einen mehrere Quadratmeter großen Monitor (mit mehreren 1000 dpi) ;)
  • Die Wand eignet sich insbesondere dann, wenn im Team an einer Idee gearbeitet werden soll
  • Die Inhalte an der Wand sind immer da – auch nachts, wenn ich plötzlich mit einer Idee aufwache und Laptop und Tablet ruhen
  • Man muss aufstehen, um die Wand zu bedienen und entkommt damit immer mal wieder dem Schreibtisch
  • Die Wand kann nicht auf Facebook oder YouTube zugreifen und ist dadurch frei von Ablenkungsobjekten
  • etc. pp.

 

Nachteile

  • Der Kork stinkt anfangs leider ein wenig
  • Man benötigt die passende Wand dazu (vor der Wand sollte absolut nicht stehen, damit man sich frei bewegen kann)
  • Der Kork geht schneller kaputt, als bspw. ein Whiteboard
  • Man kann nicht direkt auf die Arbeitsfläche schreiben (außer man möchte es permanent festhalten)
  • Es wirkt etwas spießig
  • Die Ergebnisse sind quasi nicht portabel und nur schwer digitalisierbar (Abfotografieren funktioniert)

 

Anleitung und Kosten

Die entsprechenden Korkplatten bekommt man unkompliziert im örtlichen Baumarkt (alternativ aber bspw. auch bei Amazon). Man sollte lediglich darauf achten, dass die Platten eine Dicke von mindestens 5 mm besitzen, damit die Pinnnadeln später auch vernünftig fest sitzen.

Eine Platte mit den Maßen 600 x 900 mm sollte hierbei in etwa 10 EUR kosten – online ist es teilweise günstiger. Meine Wand besteht aus 4 solcher Platten.

Nach dem Kauf sollte das Material zunächst ein wenig gereinigt werden, da der Kork in der Regel etwas staubig/dreckig ist. Hierzu mit einem nassen Tuch gründlich abwischen und im Anschluss lufttrocknen.

Für die Befestigung empfehle ich eine Klebelösung (passendes Material gibt es bspw. von Pattex oder 3M – auch im Baumarkt erhältlich. Hier klicken für Beispiel). Für die Wahl des richtigen Klebers ist aber die Beschaffenheit der Wand entscheidend. Hierzu einfach direkt im Laden (oder auf der Verpackung) erkundigen. Der Vorteil des Klebers besteht im Wesentlichen darin, dass man die (doch recht dünnen) Platten damit ohne Zwischenräume perfekt an die Wand bekommt.

Die Montage erfordert dann lediglich noch etwas Fingerspitzengefühl und Muskelkraft – fertig!

 

Einkaufsliste im Überblick

Korkplatten
(in ausreichender Größe und Menge)

Doppelseitiges Profi-Klebeband
(ggf. 2x)

 

Für mich leider zu spät, ein Tipp von Markus:
Legamaster Flipchartfolie „Magic Chart“

 

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Patrick
Patrick

Sehr nützlicher Artikel zu dem Thema. Interessiere mich auch für den Einsatz einer (kompletten) Korkwand oder eben einer sehr großen „Pinnwand“.

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