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Das kleine Druckdaten 1×1 für Nicht-Grafiker

Wer das erste Mal professionelle Druckartikel in Auftrag gibt, kommt hier meist auch das erste Mal mit dem Wort „Druckdaten“ in Kontakt. Konkret sollen diese stets in einem ganz bestimmten Format vorliegen. Soweit so gut. Meistens liegen die Daten allerdings weder in dem beschriebenen Format vor, noch lassen sie sich einfach in dieses überführen. So sieht es zumindest aus, wenn man nicht im Hauptberuf Grafiker ist und die völlig überteuerten Premium-Programme von Adobe im Schrank stehen hat. In diesem Beitrag möchte ich zeigen, wie es trotzdem irgendwie geht und worauf man achten sollte – möglichst einfach und mit nur wenigen Details – alle Grafiker sollten also lieber wegklicken ;-) .

 

Licht vs. Tinte

Ein wesentliches Element der großen Probleme mit dem Thema stellt meist der Farbraum dar. Während Inhalte auf Monitoren im RGB-Farbraum dargestellt werden, benötigen Druckdaten den CMYK-Farbraum. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass sich Licht anders als Tinte verhält, wenn man es mischt. Beispiel: Mehr Licht führt zu „Weiß“, mehr Farbe zu „Schwarz.

Das bedeutet letzten Endes, dass jegliche Grafik, die auf dem PC erstellt wird, eigentlich nur mit starken Farbverfälschungen gedruckt werden kann.

 

Aber wieso funktionieren Drucker dann überhaupt?

Bevor man selbst etwas ausdruckt, wandelt der Treiber diese Daten in druckfähige Daten um. Dies funktioniert meist recht gut. Kleine Farbverfälschungen gibt es trotzdem. In der Regel merkt man dies allerdings nicht direkt. Bei professionellen Druckaufträgen ist der Anspruch allerdings höher, weshalb CMYK-Daten verpflichtend sind.

 

Worauf man vor der Grafikerstellung achten sollte

Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass man sich bereits vor der Erstellung von Inhalten genau überlegt, was man damit machen möchte. Möchte man ein einfaches PDF-Dokument erstellen, welches über die eigene Webseite heruntergeladen werden kann, genügt Microsoft Word. Möchte man ein Desktop-Wallpaper erstellen, kann man hierzu wunderbar Photoshop, PaintShop oder gar Paint benutzen. Möchte man allerdings Flyer erstellen, welche man nicht zuhause, sondern in der Druckerei drucken lässt, sollte man unbedingt zu Programmen greifen, die Dateien im CMYK-Farbraum erzeugen können. Zu diesen Programmen gehören bspw. Adobe Indesign (schweineteuer – die Abo-Version ist aber spannend), Corel Draw (erschwinglich) oder Scribus (4free). Mit all diesen Programmen kann man Dokumente entsprechend layouten. Neben dem passenden Farbraum unterstützen die Programme auch bei allen weiteren Anforderungen, wie dem Anbringen von Schnittmarken.
Es empfiehlt sich nach älteren Versionen zu suchen. Diese sind meist vollkommen ausreichend und kosten nur einen Bruchteil!

 

Worauf man nach der Grafikerstellung achten sollte

Schriften sollten stets eingebettet oder (noch besser) in Vektor-Grafiken umgewandelt werden. Ansonsten kann es schnell mal zu Darstellungsfehler kommen, weil die Druckerei bspw. nicht über die jeweilige Schrift verfügt. Darüber hinaus sollte man mit der Druckerei genau absprechen, wie die Daten beschaffen sein sollten. Bei Online-Druckereien gibt es hierzu entsprechende Infos online, bei der Druckerei um’s Eck gibt es in der Regel kompetente Ansprechpartner.

 

Entwürfe retten, wenn es zu spät ist

Meist stößt man auf Artikel wie diesen erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Man hat seine Unterlagen mühsam erstellt und steht nun vor dem Problem, dass man sie irgendwie in das passende Format umwandeln muss.

Hierzu gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten

  1. Man kann die Daten von der Druckerei ins passende Format umwandeln lassen. Dies ist meist kostenpflichtig und Farbverfälschungen können auch hier nicht ausgeschlossen werden, bzw. dreht man oft unzählige Schleifen bis alles passt.
  2. Man kann die Inhalte in einem der genannten Programme nachbauen. Dies ist sicherlich der beste Weg, da man hierdurch an perfekt für den Druck vorbereitete Daten gelangt.
  3. Man wandelt die Daten selbst um, indem man sie in eines der genannten Programme importiert. Dies funktioniert leider nicht so ohne weiteres. Was stets funktioniert ist folgendes Vorgehen: Daten im ursprünglichen Programm in maximaler Auflösung als jpg exportieren. Grafik im Layouting-Programm einfügen und dort als Druck-PDF speichern. Das Problem mit diesem Verfahren: man hat keine Möglichkeit Vektorgrafiken zu nutzen, was zu Unschärfen führen kann.

 

Vektorgrafiken

Dieser Punkt ist fast genauso wichtig, wie der passende Farbraum. Vektorgrafiken zeichnen sich dadurch aus, dass nicht einzelne Pixel, sondern Pfade gespeichert werden. Hierdurch ist es möglich, das Bild (oder den Text) beliebig zu vergrößern – ohne Qualitätsverlust. Fotos können natürlich nicht in diesem Format vorliegen – hier bemerkt man allerdings auch nicht so schnell einen Unterschied, wenn die Auflösung variiert. Bei Grafiken mit scharfen Kanten oder Text ist der Unterschied teilweise allerdings enorm. Auf den ersten Blick mag es nicht auffallen, wer allerdings mit Adleraugen gesegnet ist, erkennt Vektorgrafiken im direkte Vergleich sofort.

Aus diesem Grund sollten Grafiken ebenfalls stets als Vektoren erzeugt und in besagte Programme integriert werden. Zur Erstellung von Vektorgrafik sind bspw. Adobe Illustrator, Corel Draw oder Inkscape (kostenlos) geeignet.

 

Das klingt aber alles furchtbar kompliziert

Ja, so ist es. Hat man das Spielchen ein paar mal gemacht, stellt es kein Problem mehr dar. Für den Gelegenheitsgrafiker entpuppen sich diese Dinge aber oft als große Herausforderung. Als Nicht-Grafiker kann ich sagen, dass man im Zweifel durchaus auf die 100%-Qualität verzichten und entsprechend mit „normalen“ Daten arbeiten kann. Dies gilt zumindest, wenn man mit den Erzeugnissen kein Geld verdienen möchte, der eigene Anspruch nicht so hoch ist oder die Zielgruppe hierfür sowieso kein Auge hat.

Allerdings führt diese Einstellung bei vielen Druckereien zu Problemen. Teilweise werden diese Daten einfach nicht angenommen, teilweise zahlt man einen deutlichen Aufpreis und in jedem Fall hat man endlose Diskussionen. Aus diesem Grunde empfehle ich, sich mit den besagten Themen vertraut zu machen und zumindest die Grundzüge zu lernen.

prentu-drucktestNichtsdestotrotz gibt es aber auch Anbieter, die von Haus aus nur mit RGB-Farben und einfachen Daten arbeiten. Diese findet man meist eher im B2C-Bereich, sind aber sicherlich auch für besondere Aufträge im B2B-Bereich interessant. Einer dieser Anbieter ist Prentu (www.prentu.de). Dort kann man seine Fotos, aber eben auch Flyer einfach online konzipieren und drucken lassen. Ich durfte dort einen kleinen Testauftrag platzieren. Das Ergebnis war sehr gut, obgleich man im direkten Vergleich mit CMYK-Drucken natürlich einen leichten Farbunterschied feststellt. Bei der weiteren Verarbeitung kann man aber nicht meckern. Für Poster und Flyer ist es somit eine tolle Sache – und für die eigentlichen Kernprodukte des Anbieters (Fotodrucke) sowieso.

Wenn die 100% genaue Umsetzung der Corporate Identity wichtig ist, muss man sich sicherlich auch weiterhin mit den vielen Facetten der passenden Druckdaten herumschlagen. Für alles andere gibt es aber genügend Alternativen.

 

Software

Zu guter Letzt möchte ich noch einige Verweise zu den genannten Programmen zur Verfügung stellen und wünsche viel Erfolg bei deinen künftigen Projekten!

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