Life, Nur Deutsch
Kommentare 3

Buchrezension „Studieren kann man lernen“

Vor wenigen Wochen kontaktierte mich Frau Prof. Dr. Kira Klenke und stellte mir ihr Buch „Studieren kann man lernen“ vor. Hierbei handelt es sich um ein Art Ratgeber, wie man durch Selbstcoaching-Maßnahmen im Studium (und auch sonst im Leben) entspannter mehr Erfolg hat. Da ich mich doch sehr für derartige Coaching-Themen interessiere, habe ich mich dazu bereit erklärt, das Werk genauer zu begutachten und meine Eindrücke hier festzuhalten – unter der Bedingung im Zweifel auch kritische Anmerkung nennen zu dürfen. Als Gegenleistung habe ich das Buch natürlich kostenlos erhalten und kann obendrein ein zweites Exemplar verlosen. Mehr Informationen zu dem Gewinnspiel gibt es am Ende dieses Beitrags.
Zunächst möchte ich aber natürlich mehr zu dem Buch erzählen…

 

Meine persönliche Situation beim Thema Studienleistung

Ich habe während meines Studiums eine Vielzahl an Methoden ausprobiert, wie der Notenschnitt nach oben geschraubt werden kann – mein wesentlicher Fokus lag hierbei auch stets darauf, für viel Ergebnis möglichst wenig investieren zu müssen.

Hierbei konnte ich mit der Hilfe toller Personen, Mentoren und Freunde sehr gute Noten erzielen, ohne das ganze Semester in der Bib vergammeln zu müssen. Ein paar dieser teils verrückten Tipps und Tricks hatte ich vor einiger Zeit auch an anderer Stelle auf Studiumsreport.de niedergeschrieben (siehe hier). Dabei handelt es sich aber eher um Tipps für die letzten Prozent, als um grundlegendes Wissen.

Durch all dies war ich allerdings mit vielen Inhalten und Ideen des Buchs bereits vertraut – bilde mir gleichzeitig aber auch ein, einigermaßen gut beurteilen zu können, ob das Buch auch wirklich etwas bringt oder doch eher für die Tonne ist.

 

Mein erster Eindruck

Buchcover ©Springer Fachmedien Wiesbaden 2013, ©iStockphoto.com/Stepan PopovDas Vorwort hat mich zunächst verwirrt, da ich nicht sofort gesehen hatte, dass dieses nicht von der Autorin, sondern von Kampfkunstmeister und Coach Peter Picard stammt. Der Einstieg danach hat mir wiederum sehr gut gefallen.
Das Buch erklärt im Anschluss logisch den Weg zu einer idealen inneren Einstellung, wobei die Ideen fast immer auf Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Weitere positive und negative Eindrücke:

Gut

  • Durch viele Geschichten wird der Inhalt sehr anschaulich und gut nachvollziehbar dargestellt (Stichwort Storytelling).
  • Neben den Geschichten machen auch die praktischen Verweise viel Spaß. Ich habe selten ein Buch in der Hand gehalten, dass auf YouTube-Videos verweist und allerlei Filmfiguren zitiert.
  • Passende Zitate inspirieren zusätzlich (ich liebe Zitate).
  • Das Buch ist sehr praktisch ausgerichtet und animiert mehrfach dazu, die neuen Erkenntnisse sofort in den Alltag einzuarbeiten.
  • Das Buch ist auf Studenten ausgerichtet – die Ideen lassen sich aber auch sehr einfach auf alle anderen Lebensbereiche übertragen.
  • Die Autorin weiß wovon sie spricht und kann dies auch überzeugend darstellen.

Weniger gut

  • Hier und da ist der Inhalt meines Erachtens etwas umständlich formuliert und hätte auch mit weniger Sätzen erklärt werden können.
  • Es gibt teilweise viele inhaltliche Wiederholungen (Dinge, die in drei Kapiteln immer wieder neu erklärt werden). Dies ist meiner Erfahrung nach aber ein „Makel“ aller Ratgeber und Coachingbücher. Möglicherweise ist dieses Vorgehen aber auch wichtig, wenn man sehr stark auf diese Unterstützung angewiesen ist. Da ich mit den Inhalten im Großen und Ganzen schon vertraut war, kommt dies aber auf meine Negativ-Liste.
  • Stichpunktlisten sind grundsätzlich sehr umfassend. Das ist an sich gut, kann aber auch schnell abschreckend wirken. Ein paar Punkte in einen Anhang zu verfrachten, wäre möglicherweise angenehmer.

Zwischenfazit

Kritikpunkte findet man immer und die genannten (und auch die nicht oder erst weiter unten aufgeführten) Punkte sind im Endeffekt sehr subjektiv und auch nicht wirklich ausschlaggebend. Allein die Tatsache, dass die teils sehr komplexen Ideen durch tolle Geschichten verständlich gemacht wurden, wiegt alle möglichen Nachteile auf.

Soweit ein erster Eindruck. Nachfolgend möchte ich etwas tiefer einsteigen und den Inhalt im Detail anhand der Buchkapitel vorstellen und bewerten.
Wem das zu viel ist, der kann auch gleich zum Fazit springen (hier klicken) ;).

 

Der Inhalt im Detailüberblick

Kapitel 1.1 – die wichtigsten Grundgedanken

Ja, ja und nochmals ja. Das Kapitel könnte hier und da sicherlich etwas kürzer sein, aber es spricht mir in jedem Punkt aus der Seele. Wesentlicher Punkt: Es kommt immer auf die Sichtweise an – auch und gerade beim Thema Erfolg!

Kapitel 1.2 – erste Tipps?

Wesentlicher Punkt: Übung macht den Meister. Haben wir alle schon mal gehört – meist von den Lehrern oder Dozenten. Aber Achtung: Nicht gleich zum nächsten Kapitel springen! Die zweite Hälfte des Kapitels hält extrem nützliche und coole Mini-Erfolgstipps parat, an die man sicherlich nicht ohne weiteres denkt (nicht nur im Studium, sondern auch im Job).

Kapitel 1.3 – Kennenlernen

Anfang gibt es nochmals eine kleine Einführung der Autorin. An sich ist dies gerade im Coachingbereich sehr wichtig – man fragt sich allerdings kurz, weshalb dies nicht bereits zu Beginn so ausführlich geschehen ist. Die Erklärung liefert auch hier der zweite Teil des Kapitels. Es geht darum, herauszufinden wo man selbst steht. Dies ist ein sehr wesentlicher Punkt und elementar für alles weitere.

Kapitel 2.1 – die ersten großen Praxisübungen

Das Kapitel beginnt mit einer der eingangs beschriebenen Wiederholungen. Damit soll der Leser nochmals abgeholt werden. Hat man die ersten Kapitel eine Woche vorher gelesen ist das gut, hat man sie zwei Stunden vorher gelesen, eher anstrengend.
Aber kein Problem! Die ersten zwei Seiten überflogen und schon wird es richtig interessant. Ein Kapitel, das mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird, weil ich etwas Neues gelernt habe – die Success-Cube Übung. Auf manche, die mit Coaching sonst nicht viel am Hut haben, mögen die Übungen etwas albern wirken – es funktioniert aber und das ist das Wichtige dabei. Man muss die Übungen hierzu aber wirklich ernst nehmen, sonst kann man es auch lassen.

Kapitel 2.2 – Gebrauchsanweisung für das Gehirn

Spätestens hier hat das Buch bei mir einen Stein im Brett. Es kommt nicht oft vor, dass derartige Bücher auf die Funktionsweise unseres Körpers eingehen. Noch seltener ist es, dass moderne Erkenntnisse aus Hirnforschung und Co erklärt werden – noch dazu verständlich. Selbst (seriöse) Wissenschaftler argumentieren auf diesem Gebiet noch mit (mittlerweile überholten) Erkenntnissen von 1913, wie ich auch im Rahmen meiner Masterarbeit feststellen durfte. Auch viele Trainer und Coaches haben leider bis heute nicht begriffen, dass Menschen unterschiedlich ticken. So habe ich auch schon einen selbsternannten Zeitmanagementguru getroffen, der sein komplettes Leben in ein Excel-Sheet presst und dies als einzig wahre Lösung verkauft, was bei vielen aber eher negative Folgen hat. Dies ist mir deshalb wieder eingefallen, da Zeitmanagement auch ein konkretes Beispiel im Buch ist.
Den eigenen Körper richtig zu verstehen, ist ein sehr wesentlicher Schritt zu mehr Leistung und gleichzeitig mehr Wohlbefinden in allen Belangen. Hier leistet das Buch Großes.

Kapitel 2.3 – Kreatives Schreiben

Mit dieser Technik wächst mein Blog :D. Ich nutze diese Technik aber auch in vielen anderen Bereichen und kann die positiven Effekte daher unterschreiben. Das Kapitel liefert eine wunderbare praktische Anleitung.

Kapitel 2.4 – Kontextebenen im Studium

Interessant – mir persönlich hat dieses (kurze) Kapitel allerdings keinen Mehrwert geliefert – die wesentlichen Inhalte hat man als aufmerksamer Leser eigentlich schon aus den anderen Abschnitten herausgezogen.

Kapitel 3.1 – Ziele setzen

Ein Loblied auf klare Ziele. Könnte auch in jedem Managementbuch stehen ;).

Kapitel 3.2 – vom richtigen Hebel für die richtigen Ziele

Eine gute Inspiration für die Analyse der eigenen Probleme, da man oft auch den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann.

Kapitel 3.3 – Zielformulierung

Wer mit SMARTen Zielen bereits umfassende Erfahrungen gesammelt hat, wird hier viel Altbekanntes wiederfinden. Nichtsdestotrotz ist das Ganze auch in diesem Fall eine schöne Auffrischung, wieso man was wie machen sollte. Der zweite Teil des Kapitels denkt das Ganze sogar noch etwas weiter und liefert interessante neue Denkanstöße.
Besonders spannend fand ich die Geschichte einer Klasse, die von vornherein die 1,0 zugesichert bekam, wenn jede/r einen vordatierten Brief schreibt, in welchem er/sie gut begründet, weshalb er/sie rückblickend auf das Semester die Eins verdient hat. Hierdurch waren schließlich alle freier und haben deutlich bessere Leistungen abgeliefert. Etwas ähnliches habe ich selbst auch schon erlebt und extrem positive Erfahrungen sammeln können. Natürlich ist dies immer von der jeweiligen Tätigkeit und mehr abhängig. Es geht hierbei aber auch weniger um die Note, als das Thema Motivation – dass dieses meist falsch verstanden wird, habe ich ja auch bereits ausführlich erläutert.

Kapitel 3.4 – Tools zur Zielerreichung

Das größte Problem für Viele ist sicherlich die Umsetzung von Vorsätzen. Dies sieht man jedes Jahr an eben nicht umgesetzten Neujahrsvorsätzen. Auch für Coachingbücher ist die Selbstdisziplin ein großes Problem, da der Erfolg meist wesentlich hiervon abhängt. „Studieren kann man lernen“ liefert an dieser Stelle wertvolle Tipps, wie man seine Ziele auch erreicht. Der eifrige Student muss hier allerdings aufpassen, dass er gerade diesen Bereich nicht auf die leichte Schulter nimmt!
Dass die Tipps funktionieren, kann ich nur bestätigen, da ich in den letzten Jahren einige davon intuitiv und mit Erfolg genutzt habe.

Kapitel 4.1 – die innere Einstellung

Über die Macht der Gedanken und der inneren Einstellung. Hier findet man sehr viele inspirierende Geschichten, die viel Mut machen und noch mehr motivieren. Diese Tipps und Tricks habe ich selbst schon in Schulungen weitergegeben. Ergänzend hierzu empfehle ich auch meinen Beitrag „Mit der richtigen Einstellung bestimmen, wer wir sind„!

Kapitel 4.2 – Glaubenssätze

Das Kapitel wird nun noch etwas tiefer bearbeitet. Mit langen Checklisten, die aber sehr praktisch sind, wenn man das Buch ernsthaft durcharbeitet.

Kapitel 4.3 – Neuprogrammierung

Schließlich geht es darum, die negativen Glaubenssätze, welche man in den Kapiteln vorher herausgefiltert und analysiert hat, in positive Überzeugungen umzuformen.
Hat man auch dies geschafft, so steht dem Erfolg in Studium und Leben nichts mehr im Weg.

Kapitel 5 – Letzter Check

Ein gelungener Abschluss. Man hat gelernt, was Erfolg wirklich ist, wieso man selbst vielleicht auf der Stelle tritt und wie man sich durch neue Gedanken verbessern kann. Man hat aber auch gelernt, sich klare Ziele zu setzen und eine Anleitung parat, wie man diese Ziele auch erreichen kann. Sämtliche hemmende negative Gedanken wurden im Idealfall entfernt.

 

Wer sich noch genauer mit den Inhalten auseinandersetzen möchte, der kann sich auch das offizielle Inhaltsverzeichnis ansehen: hier klicken.

 

Was bleibt unter’m Strich?

Würde ich ein Buch schreiben, in welchem ich alle meine Tipps und Tricks zu einem erfolgreichen Studium festhalte, so wäre „Studieren kann man lernen“ Band 1. Ich habe in dem Buch so ziemlich alles wiedergefunden, was ich in den vergangenen Jahren erfolgreich getestet habe. Ich selbst bin auf diese Techniken durch andere Bücher, andere Coaches und Mentoren, Freunde, aber auch Glück und Zufall gestoßen. Das vorliegende Buch kann allen helfen, noch viel schneller das eigene Potenzial besser auszuschöpfen – nicht nur im Studium, sondern in allen Lebensbereichen! Es wird mit gängigen und doch falschen Ansichten aufgeräumt und Raum für Großes geschaffen.

Hier und da ist das Buch vielleicht etwas umständlich geschrieben, was in Summe allerdings kaum ins Gewicht fällt. Hiermit meine ich auch weniger den Schreibstil (der ist sehr angenehm), als vielmehr den Aufbau. Dies ist aber zudem ein Punkt, der sehr subjektiv ist und dir vielleicht gar nicht auffällt, weil du ganz andere Erfahrungen als ich in deinem Leben gesammelt hast.

Somit kann ich das Werk jedem uneingeschränkt empfehlen, der das Gefühl hat, dass noch nicht alles optimal läuft oder der einfach noch besser werden möchte. Das Buch richtet sich primär an Studenten. Alle Anderen profitieren natürlich auch von den tollen Inhalten – möglicherweise gibt es hierzu aber auch passendere Ratgeber. Da ich diese allerdings bisher nicht in den Händen halten durfte, muss ich das Buch von Frau Klenke wohl allen Personen empfehlen. ;)

Das Buch ist im Springer Gabler Verlag erschienen und kann unter anderem hier auf Amazon bestellt werden.

 

Jetzt ein Exemplar gewinnen!

Hast du Lust auf das Buch bekommen? Dann hast du hier und jetzt die Möglichkeit ein Exemplar zu gewinnen.

Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, musst du lediglich eine der folgenden Fragen beantworten:

  1. Was ist dein bester Trick, um in Klausuren oder im Job Spitzenergebnisse zu erzielen?
  2. In welcher Situation oder unter welchen Umständen kannst du Höchstleistungen vollbringen?
    (Ein Beispiel: „wenn ich von einer Sache wirklich überzeugt bin und dazu die passende Musik läuft, brennt die Hütte…“)

Das Gewinnspiel wurde mittlerweile beendet und der/die Gewinner/in benachrichtigt.
Über deine Antwort auf besagte Fragen freue ich mich aber trotzdem nach wie vor! ;)

Kategorie: Life, Nur Deutsch
Bewerte diesen Beitrag!
Buchrezension „Studieren kann man lernen“
5, 1 Vote

Der Beitrag gefällt dir? Teile ihn!
Hier noch eine kleine Werbeanzeige. Wenn etwas interessantes dabei ist, unterstützt ein Klick (wie das mit Werbung so ist) natürlich den Blog.

Kommentieren

avatar
Max
Max

Mein Trick: sich auf das Hier und Jetzt fokussieren – im Zweifel durch einen kleinen Kniff in den Arm.
Ich habe festgestellt, dass Nervosität oft dadurch entsteht, dass ich mir zu viele Gedanken um die Folgen einer Sache (bspw. Klausur) mache, wodurch ich wiederum nicht meine volle Leistung abrufen kann.

Raffael
Raffael

Hallo Jens,

ich habe ja noch den Master vor mir. Und als Optimierer interessiert mich das Buch auch.

1. Bester Trick für Spitzenergebnisse:
An sich selber glauben. Eine Klausur oder ein Bewerbungsgespräch gelingt entspannt definitiv besser! Das Wissen über die 20/80 Regel hilft da enorm. Also die letzten 20% an Performance brauchen 80% Aufwand. Da mache ich die letzten 20% Prozent lieber mit Ruhe und einem entspanntem Lächeln wett.

2. Unter welcher Situation kann ich Höchstleistungen vollbringen:
Ausgeschlafen und nicht mit schwerem Essen im Bauch.

Liebe Grüße
Raffael

Verena
Verena
Hallo Jens, danke für den spannenden Blog! Deine detaillierte Beschreibung des Buches hat in mir den Wunsch geweckt, es so schnell wie möglich selbst zu lesen. Als arme Studentin (also Zielperson ;) ) kommt das Gewinnspiel gerade richtig! Was mein bester Trick ist, um in Klausuren oder im Job Spitzenergebnisse zu erzielen? Ganz klar: WIEDERHOLEN; WIEDERHOLEN; WIEDERHOLEN. Indem ich mir Sachen immer und immer wieder anschaue, Artikel immer und immer wieder lese, Dinge vor meinem inneren Auge immer und immer wieder vorspreche (…) schaffe ich es, mich selbst davon zu überzeugen, dass ich Spezialist auf dem Gebiet bin. Diese Selbstsicherheit… mehr »
wpDiscuz